Kategorie: Events

  • „Es hat sich genauso angefühlt wie früher“: Der Alumni-Cup 2017

    „Es hat sich genauso angefühlt wie früher“: Der Alumni-Cup 2017

    Nicht immer steht bei Turnieren der kompetitive Aspekt im Vordergrund. Philipp Stiel schildert in seinem Beitrag, warum der Alumni-Cup 2017 bei den ein oder anderen Teilnehmern die Sehnsucht an aktive Debattierzeiten geweckt haben könnte.

    „Es hat sich genauso angefühlt wie früher“, sagte einer der Teilnehmer des ersten Alumni-Cups der Deutschen Debattiergesellschaft irgendwann am Abend beim Bier, vielleicht ein bisschen erschöpft von den drei – oder bei genügend Erfolg auch vier – Debatten des Tages. Über 55 Teilnehmer wollten auf dem Alumni-Cup in Duisburg mal wieder Turnierluft schnuppern und mussten feststellen: Es riecht noch genauso wie früher. Der Geruch der Schule, die unbequemen Stühle, die Aufregung vor der Debatte: Echtes Turnierfeeling kam wieder auf, als sich 20 Alumni-Teams zum ersten Mal seit zum Teil vielen Jahren wieder ins Debattieren stürzten.

    Alumni-Cup-2017-Anmeldung
    Eine Idee, die viele Personen ansprach – der Alumni-Cup

    Von den 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren etwa 35 „echte“ Alumni mit 2 bis 12 Jahren Abstand zur letzten Debatte, ca. 10 „halbe“ Alumni, die sich noch mit einem Bein im studentischen Debattieren befinden und weitere 10 aktive (und damit auch jüngere) Debattanten. Sie sorgen für die Anbindung an das studentische Debattieren von heute, für die korrekte Jurierung und das professionelle Feedback.

    Überhaupt war alles erstaunlich professionell: Die Organisatoren Lukas Haffert (Münster, St. Gallen) und Jörn Hahn (Dortmund) hatten das Turnier mit einfachen Mitteln zu geringen Kosten organisiert, aber was man brauchte, war da: Ein Zeitplan, der penibel eingehalten wurde, Kaffee zum Aufwachen, Wasser zur Versorgung und Äpfel und Süßigkeiten gegen den Stress. Tobias Kube (Marburg) und Marion Seiche (Frankfurt) als Chefjury sorgen für interessante Themen und am Abend gab es einen gemütlichen Ausklang im Duisburger Innenhafen.

    Auf der sportlichen Seite qualifizierten sich nach drei Vorrunden Patrick Ehmann/Jonathan Scholbach, Isabelle Fischer/Marcus Ewald, Julian Vaterrodt/Farid Schwuchow und Andrea Gau/Willy Witthaut als die vier besten Teams ins Finale, wo es zu dem Thema „DH hält die Ermordung von Tyrannen für gerechtfertigt“ eine intensive Debatte gab. Es musste dem hohen Alter der Teilnehmer geschuldet sein, dass beim Wechsel von der ersten zur zweiten Debattenhälfte gleich mehrere Teilnehmer des Finales das Klo aufsuchen mussten, was zwei andere Finalteilnehmer spontan zu einer stillen Walzereinlage ermutigte.

    Willy Witthaut und Andrea Gau - ©Matthias Carcasona
    Willy Witthaut und Andrea Gau – ©Matthias Carcasona

    Diese kleine Einlage steht auch sinnbildlich für die lockere Atmosphäre des Turniers. Zwischenrufe, kleine Scharmützel, kurze Gespräche bevor man als Pult ging: Man kannte sich, und man nahm vielleicht nicht alles ganz so ernst. „Es herrscht vielleicht etwas mehr Pöbelstimmung als bei Zwanzigjährigen“, sagte dazu Erik Thierolf, der aus Jena angereist war um „mal in einer Debatte zu reden, auf der mir vier Deutsche Meister auf der Gegenseite gegenüber sitzen“. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt – wie diese Begegnung ausging, bleibt allerdings Turniergeheimnis.

    Andrea Gau und Willy Witthaut bekamen am Ende auch einen Wunsch erfüllt, als ihnen Lukas Haffert für ihren Turniersieg kleine Weingummi-Fördertürmchen überreichte und eine Menge echte und gefühlte Mainzer nicht lassen konnten, mitten im Ruhrpott an Karneval „Helau Helau“ zu rufen. Sicherlich auch eine Premiere, genauso wie das ganze Turnier. Dass es nicht bei einer Premiere bleiben sollte, darin waren sich die Teilnehmer am Abend bei Wein und Bier dann auch einig. Nur über den Ort gibt es noch ein Tauziehen: Wer hätte solch eine Gelegenheit des Wiedersehens nicht gerne auch vor der Haustüre?

  • Eike Hosemann gewinnt den Masters’ Cup 2016 

    2004 Nachwuchspreisträger der Deutschen Debattiergesellschaft, 2005 Deutscher Meister und nun bereits zum zweiten Mal Master of Masters: Eike Hosemann.  Er setzte sich zum Thema „Gegeben die technische und medizinische Möglichkeit: Dieses Haus würde luzide Träume des Menschen für alle zugänglich machen.” gegen Tim Richter (Eröffnende Regierung), Marcus Ewald (Schließende Regierung) und Lukas Haffert (Schließende Opposition) durch. Juriert wurde das Finale von Philipp Schmidtke, Lennart Lokstein, Jule Biefeld , sowie den beiden Chefjuroren Julian Staudt und Thore Wojke.

    Sieger MC 2016 Eike Hosemann (C) Manuel Adams
    Eike Hosemann am Pult des Sängersaals der Wartburg. (c) Manuel J. Adams

    Das Finale fand im Sängersaal der Wartburg statt. Die Halbfinalisten debattierten im Innenhof und in der Aula des Martin-Luther-Gymnasiums. Zum Thema „Wir schreiben das Jahr 1924. Dieses Haus als Max Brod würde nach Kafkas Tod seine Werke nicht veröffentlichen.” debattierten , Torsten Rössing (ER), Lukas Haffert (EO), Stefan Marx (SR) und Marcus Ewald (SO) im ersten und Jan Lüken (ER), Eike Hosemann (EO), Tim Richter (SR) undPauline Leopold (SO) im zweiten Halbfinale. Traditionell dürfen sich die Redner der KO-Runden in der Reihenfolge der Tabplazierung ihre Rednerposition aussuchen. Juriert wurden die Halbfinals von Julian Staudt, Johannes Bechtle, Philipp Schmidtke, Jule Biefeld und Maya H., sowie von Thore Wojke, Judith Michelsen, Matthias Carcasona, Lennart Lokstein und Tobias Schütz.

    Auf dem Masters’ Cup traten rund 30 DDG-Mitglieder als Redner an. Die Themen der Vorrunden waren:

    VR1: DH verurteilt den globalen Einfluss von Hollywoodfilmen.

    VR2: DH begrüßt die Gentrifizierung von Großstädten.

    VR3: DH begrüßt die zunehmende Etablierung der rechtspopulistischen Partei AfD.

    VR4: DHW die Verwendung von stark emotionalisierender Werbung für gemeinnützige Organisationen verbieten.

    Das Tab (inklusive Tippspiel) findet sich online.

    Am Vorabend des Masters’ Cup fand die alljährliche Mitgliederversammlung der DDG statt. Der Vorstand, bestehend aus Jens Fischer, Thore Wojke, Philipp Stiel, Lukas Haffert und Anna Mattes wurde einstimmig wiedergewählt.

  • Das war der erste Netzwerktag in Berlin

    Am 11. Juni 2016 fand der erste DDG-Netzwerktag statt. Damit wurde zum ersten Mal ein Rahmen geschaffen, um die gezielte Begegnung und den Austausch zwischen mehreren Debattiergenerationen rund um die Themen Berufswahl und Berufseinstiegs zu fördern.

    Teilnehmer (c) Mattes
    Sarah Kempf begrüßt die TeilnehmerInnen des Netzwerktages

    Etwa 25 aktive DebattantInnen nahmen die Möglichkeit wahr, sich vor ihrem Berufseinstieg über die verschiedenen Möglichkeiten sowie potenziellen ArbeitgeberInnen zu informieren und konnten von den Erfahrungen der DDGler profitieren.

    Den Anfang machten die Referentinnen Anja Pfeffermann (Online-Strategin, CDU Deutschland) zum Thema „Netzwerken für Einsteiger“ und Eva Balmaks (HR Managerin, Deutsche Bahn) zu der Frage „Bin ich ein Konzerntyp?“. Jeweils eineinhalb Stunden wurde zu dem jeweiligen Thema referiert und Fragen an die Referentinnen gerichtet.

    Block zwei gestalteten Tobias Schunn (MLP) zu „Financial Education: Über die Eigenverantwortlichkeit des Handelns“, Miriam Leich (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Reiner Lemoine Institut) zum Berufsfeld Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Henrike Herz (Referentin Weltbank/IWF/Entschuldung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zum Berufsfeld Politik.

    Berufsfelpolitik (c) Mattes
    Henrike Herz berichtet über ihre Berufsfeld in der Politik

    Nach dem Mittagessen bot Martin Herz (Principal Consultant, SAP Deutschland) Einblicke in das Berufsfeld Ingenieurwesen und bei Tobias Schunn konnte man mehr über die Todsünden und Tugenden bei Bewerbungen erfahren.

    Von 15.30 bis 17.00 Uhr informierte Lukas Haffert (Oberassistent, Lehrstuhl für Schweizer Politik und Vergleichende politische Ökonomie, Universität Zürich) über die Wissenschaft als Berufsfeld, und Axel Domeyer (McKinsey & Company) stand zum Thema Unternehmensberatung zur Verfügung (und trat gleich hinterher in die DDG ein – herzlich willkommen!).

    Den Abschluss gestalteten Bernd Hoefer als Rechtsanwalt und Guido Seedler (Deutscher Raiffeisenverband) für den Bereich politische Kommunikation.

    Parallel zu den letzten beiden Blöcken hatten ausgewählte TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihren Lebenslauf mit Tina Reimann (Koordinatorin Internationale Projekte, Aereon) im Rahmen eines individuellen Lebenslauf-Coachings zu optimieren.

    Gute Stimmung (c) Mattes
    Die Teilnehmer des Netzwerktags

    Das Fazit der TeilnehmerInnen wie auch der ReferentInnen nach diesem kompakten und sehr inhaltsreichen Tag war uneingeschränkt positiv: Debattieren verbindet – und diese Verbundenheit kann auch den Berufseinstieg etwas leichter machen. Dass die DDG hier auf beeindruckend vielfältige Kompetenz zurückgreifen kann, das machte der Netzwerktag auch sehr deutlich. Einig war man sich am Ende des Tages – und auch im Nachgang im Vorstand – dass eine Wiederholung dieses Events sehr wünschenswert wäre.

    Der Vorstand bedankt sich bei der Finanz- und Karriereberatung MLP, in deren Räumlichkeit am Berliner Hauptbahnhof der Netzwerktag stattfinden konnte und bei Sarah Kempf für die hervorragende Idee und Organisation. Ohne ihre Tatkraft und Energie wäre dieser Netzwerktag nicht zustande gekommen. Herzlichen Dank!