Autor: chiara

  • Neues Projekt: Europäische Debattiertrainer-Ausbildung mit Erasmus+

    Neues Projekt: Europäische Debattiertrainer-Ausbildung mit Erasmus+

    “Train-the-Trainer” goes international! Seit Juni diesen Jahres ist die DDG eine von acht europäischen Partnerorganisationen, die im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ eine europäische Debattiertrainer-Ausbildung aufbauen. Kern des Projekts ist es, die Trainerausbildung, die wir in Deutschland im Projekt “Train-the-Trainer” (Kooperation VDCH und DDG) seit 2014 entwickelt haben, auf europäischer Ebene zu etablieren.

    Dieses Projekt ist für DDG und VDCH ein Meilenstein: Erstmals beteiligt sich das deutschsprachige Debattieren an einem multinationalen Wissenstransferprojekt, erstmals hat die DDG Fördergelder in großem Umfang aus einem EU-Programm erhalten und erstmals kann und muss die DDG mit diesen Geldern Honorare auszahlen.

    Die Projektziele und Inhalte

    Was wird passieren? Kern des Projekts ist die Erarbeitung einer europaweit standardisierten Trainerausbildung für Debattiertrainer. Dazu vernetzen die 7 Projektpartner ihre Erfahrungen in der Trainerausbildung und im Debattiertraining allgemein und führen ein Projekt in fünf Schritten durch:

    1. Die Entwicklung eines standardisierten Curriculums für Debattiertrainings. Dieses Curriculum wird eine Reihe von Übungen umfassen, mit denen insbesondere Schüler, aber auch Studierende gezielt Debattierfähigkeiten erlernen können.
    2. Es wird eine Ausbildung konzipiert, um neue Trainer für Debattiertrainings auszubilden. Dafür werden in einem ersten schritt die theoretischen Grundlagen für die Ausbildung zusammengestellt und spezielle Übungen für die Ausbildungslehrgänge. Anschließend wird eine Seminar durchgeführt, um die Mastertrainer (= diejenigen, die nachher die Trainerausbildung leiten) selbst auszubilden und ihnen die Methoden beizubringen. Dann folgt in jedem Land eine „Runde“ der nationalen Trainerausbildung mit 15-20 Teilnehmern. Die Erfahrungen aus dieser Ausbildung werden in einem weiteren Lehrgang für die Mastertrainer ausgewertet.
    3. Es wird ein Akkreditierungsmechanismus konzipiert, mit dem die neuen Debattiertrainer ein einheitliches Zertifikat bekommen. Diesem Zertifikat sollen einheitliche Qualitätskriterien zugrunde liegen.
    4. Es wird eine Datenbank erstellt, mit der die Debattierübungen aus Schritt 1 (Curriculum) veröffentlicht und zugänglich gemacht werden sollen.
    5. Die Ergebnisse des Projekts sollen abschließend in einem “Multiplier-Event“ Stakeholdern vorgestellt werden, für die das Debattieren relevant sein könnte, die aber noch keine Erfahrung mit Debattieren oder Debattiertrainings haben.

    Organisation des Projekts

    Das Projekt „Empower youth to debate across Europe“ hat zum Ziel, eine europäische Debattiertrainer-Ausbildung zu etablieren. Das Projekt wurde vom Programm Erasmus+ der EU-Kommission im April 2018 bewilligt. Das europäische Debattiernetzwerk IDEA Netherlands ist Antragsteller und Koordinator des Projekts. Die DDG ist in Absprache mit dem VDCH für Deutschland Projektpartner, die weiteren sieben Projektpartner kommen aus den Niederlanden, Slowakei, Lettland, Litauen, Rumänien, Mazedonien und Estland. Insgesamt wurden für die DDG 35.900 € Projektmittel bewilligt. Die Projektlaufzeit beträgt 19 Monate (Juni 2018 bis Dezember 2019).

    Das Projektteam

    Thore Andiel (geb. Wojke)
    Sarah Andiel

    Aufgrund ihrer Erfahrung in der Debattiertrainerausbildung hat der DDG-Vorstand Thore und Sarah Andiel die Projektleitung übertragen. Thore und Sarah entwickeln und organisieren seit über 4 Jahren die Trainerausbildung von VDCH und DDG und haben dabei viele Kompetenzen und Erfahrungen erworben, die sie jetzt in das internationale Projektkonsortium einbringen werden. Zusätzlich soll das Projektteam noch verstärkt werden, wozu die DDG mehrere Ausschreibungen für Mitarbeiter im Projekt und für die Ausbildung zum Master-Trainer ausgeschrieben hat.

    Du willst im Projekt mitarbeiten oder dich Master-Trainer ausbilden lassen? Dann bewirb dich jetzt bis zum 30.9.2018.

    Was das Projekts der Debattierszene bringt

    Natürlich ist es ein Wert an sich, dass sich DDG und VDCH mit diesem Projekt international vernetzen und ihr Wissen im Bereich der Trainerausbildung weitergeben. Darüber hinaus möchten wir mit diesem Projekt für die Debattierszene aber weitere Ziele erreichen:

    1. DieAusbildungsrunden für neue Debattiertrainer*innen in 2018 und 2019 werden  über das Projekt mitfinanziert. Dadurch konnten die Teilnehmerbeiträge gesenkt und die nötigen Zuschüsse aus dem DDG-Haushalt verringert werden.
    2. Ein Projektergebnis wird eine europaweite Online-Datenbank mit Konzepten  und Übungen für Debattiertrainingssein. Diese wird nach Projektabschluss öffentlich für alle Debattierclubs zugänglich gemacht.
    3. DieOnline-Debattier-Datenbankvon Julian Vaterrodt (umfassendes Material zum Thema Debattieren und Debattiertraining) wird sortiert und ebenfalls zugänglich gemacht.
    4. Im Rahmen des Projekts werden vier neue Master-Trainer*innen für unsere Trainerausbildung ausgebildet. Dieser Ausbildernachwuchs soll das bisherige Team an Mastertrainern für die Trainerausbildung verstärken.
    5. Teil des Projekts ist es auch, die Öffentlichkeitsarbeit für Debattiertrainingszu verstärken. Insbesondere Universitäten (Schlüsselqualifikationen), aber auch Ministerien, NGOs und Unternehmen wollen wir zeigen, wie man Debattiertrainings und Debattierübungen in der Bildung nutzen kann. Dazu wollen wir beispielhafte Konzepte für Curricula und Trainingsmodule entwerfen, die als Schlüsselqualifikationskurse, zur Weiterbildung von Mitarbeitern und in weiteren Bildungsbereihen eingesetzt werden können. Durch professionell gestaltetes Material, gezielte Ansprache der Institutionen und ein Multiplier-Event. Zu diesem Event wollen wir 20 Multiplikator*innen aus dem Bildungsbereich einladen und ihnen in einem Tagesseminar Trainingsmethoden und -konzepte vorstellen. So wollen wir das Debattieren stärker im Bildungsbereich verankern.

    Wir hoffen, euch mit dieser Mail einen kleinen Überblick über dieses umfangreiche Projekt gegeben zu haben. Wenn ihr Fragen habt, zögert nicht, uns anzusprechen. Für inhaltliche Fragen zu dem Projekt oder wenn ihr euch beteiligen wollt, könnt ihr euch gerne direkt an Thore Andiel als Projektleiter (t.andiel@deutsche-debattiergesellschaft.de) wenden.

  • Einladung zum Masters‘ Cup 2018

    Einladung zum Masters‘ Cup 2018

    Vor 100 Jahren endete der 1. Weltkrieg. Obwohl der Krieg vielerorts nahezu herbeigesehnt wurde, endete er in einem Desaster für Europa – es gab nur Verlierer. Wir sind überzeugt, dass gute Debatten vor 100 Jahren notwendig und sinnvoll gewesen wären und dazu beigetragen hätten, bessere Entscheidungen zu treffen. „Sollen wir einen Blanko-Check ausstellen?“, „Sollen wir den Grabenkrieg fortsetzen“? „Brauchen wir unbedingt eine Materialschlacht“? Das sind keine guten Turnierthemen, weil höchstwahrscheinlich immer die Opposition gewinnt. Aber sie zeigen, dass unser „Hobby“,wenn es hart auf hart kommt, Leben retten kann. Darauf sollten wir stolz sein – und unseren gemeinsamen Zeitvertreib feiern:

    Vom 5. bis 7. Oktober feiern Jung und Alt beim Alumni-Wochenende auf dem Masters‘ Cup der DDG in Eisenach wie schön es ist, seine Freizeit mit anderen Debattierern zu verbringen! Dazu laden wir Dich heute herzlich ein!  

    Egal, wie jung Du bist oder wie alt Du dich fühlst: wir freuen uns auf ein Wochenende zum Wiedersehen, Kennenlernen und Feiern in entspannter Atmosphäre. Das Alumni-Wochenende lässt alte Freundschaften wieder aufleben und neue spannende Menschen begegnen.


    Und das besser als jedes andere Turnier, denn debattiert wird im Masters‘ Cup-Format. Dabei treffen in jeder Debatte Zwei Teams à zwei Personen aufeinander – aber wer Deine TeampartnerInnen sind, wird von Runde zu Runde neu ausgelost.

    Wir freuen uns auf Deine Anmeldung bis zum 16. September.  >> Hier gehts zur Anmeldung 

    Programm

    Mitgliederversammlung & Wiedersehen: 
    Am Freitagabend gibt es um 19 Uhr ein gemeinsames Abendessen im Junker Jörg, ab 20 Uhr findet dort die Mitgliederversammlung statt. Dabei wollen wir „das Formelle“ zügig erledigen und anschließend mit euch über die weitere Strategie der DDG sprechen. Im Anschluss ist Zeit, um gemütlich bei einem Bier beisammen zu sitzen und im DDG-Jahrbuch zu blättern.

    Der 15. Masters‘ Cup: 
    Am Samstag findet im Martin Luther Gymnasium der traditionelle Masters’ Cup statt. Dabei wird nicht in festen Teams debattiert, sondern es werden in jeder Runde neue Zweierteams gelost. So steht nicht die sportliche Seite, sondern das gemeinsame Debattenerlebnis und das Wiedersehen (und Kennenlernen!) im Vordergrund. Trotz allem ist der Masters‘ Cup immer noch ein Debattierturnier: Wir debattieren vier Vorrunden, Halbfinale und Finale auf der Wartburg. Geredet wird 7 Minuten, es gibt zwei Seiten mit je zwei RednerInnen, Zwischenfragen und Zwischenrufe sind erlaubt. Mehr Infos zum Masters’ Format findet ihr im Anhang. Wer als RednerIn antreten möchte, muss DDG-Mitglied sein. Chefjuriert wird das Turnier von Manuel Adams sowie dem oder der nächsten VDCH-Präsidenten/Präsidentin. Das Tab macht Jens Fischer.

    Kultur & Feiern: 
    Gemeinsam wandern wir am Samstagnachmittag auf die Wartburg, wo im historischen Festsaal das Finale des Masters‘ Cup stattfindet. Nach einem Grillbuffet mit Sektempfang und Siegerehrung kehren wir dann zurück nach Eisenach, um gemeinsam zu feiern. Am Sonntagmorgen lassen wir das Wochenende bei einem gemütlichen Brunch ausklingen – Die Anmeldung dazu erfolgt vor Ort in Eisenach.

    Unterkunft

    Wie im letzten Jahr haben wir für euch Zimmer im Storchenturm reserviert, die etwas einfacher sind, dafür direkt in der Innenstadt und neben der Schule. Dort werden vor allem studentische Juroren untergebracht.

    Neu ist die Unterkunft im Junker Jörg. Das Junker Jörg ist eine jugendherbergsähnliche Bildungsstätte der evangelischen Kirche. Im Vergleich zum IBIS Hotel liegt der Junker Jörg deutlich näher an der Schule, sodass wir kürzere Fußwege haben und nicht mehr mit Autos und Taxis durch Eisenach müssen!
    Wer lieber mehr Komfort genießt, kann sich natürlich auch eigenständig eine Unterkunft suchen.

    Kosten

    In allen Tickets enthalten sind das Abendessen am Freitag und alle Mahlzeiten am Samstag. Den Brunch am Sonntag zahlt jeder, der daran teilnehmen möchte, vor Ort selbst. Für Übernachtung und Frühstück gibt es zwei Optionen:

    1. Redner/Juroren mit Hotel und Frühstück am Samstag zahlen 75€.
    2. Redner/Juroren ohne Hotel zahlen 45€, müssen sich dafür Bett und Frühstück selbst organisieren.

    Begleitung & Kinder

    Wie immer sind Nachwuchs und/oder Partnerinnen und Partner herzlich willkommen. Bitte habt Verständnis, dass wir diese Tickets weniger mit DDG-Mitteln subventionieren. Tickets kosten ohne  Hotel 45€, mit Hotel 100€.  Kinder dürfen selbstverständlich kostenlos dabei sein! Für alle Begleitungen stellen wir, wenn das gewünscht wird, gerne ein Alternativprogramm für den Samstag zusammen. Meldet euch dazu individuell bei uns per E-Mail.

  • Anton Leicht aus Münster ist diesjähriger DDG-Nachwuchspreisträger

    Anton Leicht mit dem Wanderpokal des Nachwuchspreises auf der DDM 2018 in Jena (Foto: Stiel)

    Zum 15. Mal vergab die Deutsche Debattiergesellschaft als Alumni- und Förderverein des Debattierens in diesem Jahr ihren Nachwuchspreis an ein besonderes Redetalent auf der Deutschsprachigen Debattiermeisterschaft. Etwa 40 DDG-Mitglieder beteiligten sich auf der DDM 2018 in Jena an dem Auswahlverfahren, das traditionell nur ein einziges Kriterium hat: Der Nachwuchspreis wird an eine Person verliehen, die jünger als 23 Jahre ist. Die Diskussion weiterer Kriterien, wie die Gewichtung verschiedener rednerischer Qualitäten, die Häufigkeit der bisherigen Turnierteilnahmen oder das Engagement für die Debattierszene ist der individuellen Entscheidung der DDG-Mitglieder überlassen.

    Trotzdem wurde über die richtigen Kriterien und die potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten für den Preis natürlich auch in diesem Jahr wieder leidenschaftlich gestritten. In drei Runden traf sich das Konklave in den Pausen der DDM, um über die richtige Wahl zu debattieren. Von einer anfänglich 12 Personen umfassenden Vorschlagsliste wurden nach und nach die Kandidaten für die Endauswahl ausgesiebt. Am Ende stimmten die Teilnehmer des Konklaves in geheimer Abstimmung ab und entschieden sich für Anton Leicht, 19 Jahre aus Münster.

    Anton hatte sich schon zu Beginn der DDM als einer der Anwärter auf den Preis herauskristallisiert. Sein Name wurde mit Abstand am häufigsten genannt, wenn die Sprache auf mögliche Preisträger oder Preisträgerinnen kam. Aus gutem Grund: Obwohl er erst seit einem halben Jahr im Debattierclub Münster debattiert, konnte er argumentativ und inhaltlich mühelos mit den erfahrensten Rednerinnen und Rednern der DDM 2018 mithalten. Seine Reden zeichnen sich durch eine große inhaltliche Tiefe, präzise formulierte Argumente und große rednerische Sicherheit aus. Er bewegt sich strategisch und inhaltlich selbstbewusst in den Debatten und identifiziert sehr schnell die wichtigsten Argumente und Streitpunkte der Debatten.

    Auf der DDM in Jena breakte Anton mit seiner Teampartnerin nach den Vorrunden auf dem 11. Platz ins Viertelfinale und danach ins Halbfinale. Das alles war für die DDGler Nachweis genug: Anton ist der richtige Preisträger im Jahr 2018 – und wir freuen uns darauf, ihn auf dem Masters‘ Cup in Eisenach am 6. Oktober als Redner wiederzusehen.

  • Was macht eigentlich… Tanja Hille, 300. Mitglied der DDG?

    Mit Tanja Hille begrüßt die Deutsche Debattiergesellschaft ihr 300. Mitglied. Das haben wir zum Anlass genommen, Tanja ein paar Fragen zu stellen in unserer Reihe „Was macht eigentlich…?“. 

    Tanja Hille bei der Moderation der ZEIT DEBATTE Berlin 2017. (c) Matthias Carcassona

    DDG: Hallo Tanja, wir begrüßen dich ganz herzlich als 300. Mitglied in der DDG. Wann hast du mit dem Debattieren angefangen – und was hat dich damals angezogen?

    Tanja: Ich habe im Herbst 2011 mit dem Debattieren angefangen. Hingegangen zum Debattierclub bin ich damals, weil ich zum Studiumsbeginn neue Leute kennen lernen wollte und Freunde gesucht habe. Geblieben bin ich, weil ich Freunde gefunden habe – und weil ich gemerkt habe, wie schnell man durch regelmäßiges Üben im Reden besser wird.

    DDG: Was machst du jetzt im Moment?

    Tanja: Ich habe gerade meinen Master in Politikwissenschaft beendet und schaue mich um, was ich als nächstes machen möchte. In der Zwischenzeit konzipiere ich gerade mit Christina Dexel eine Seminarreihe „Rhetorik für Frauen“ unter dem Titel „Be Heard“.

    DDG: Was habt ihr mit dieser Reihe vor?

    Tanja: Wir richten uns an junge Frauen, die sich rhetorisch verbessern wollen – unabhängig davon, ob sie in einem Debattierclub sind. Bei unserem letzten Einsteigertraining in der Berlin Debating Union haben wir zum ersten Mal ein Training gezielt für weibliche Neumitglieder angeboten. Dort konnten wir offener und gezielter bestimmte Themen ansprechen: Was macht dich beim Reden unsicher, was führt zu Nervosität, und was sind Bewältigungsstrategien, die helfen mit Unsicherheiten umzugehen und am Rednerpult selbstbewusst zu agieren? Unsere Debattiertrainings sind häufig recht technisch und funktional ausgerichtet, dabei hat Reden ja viel mit Selbstwahrnehmung und mit dem Finden eines persönlichen Redestils zu tun, mit dem man sich wohlfühlt. In einer Gesellschaft in der vermeintliche Redeideale und Vorbilder immer noch männlich geprägt sind, ist das vor allem für Frauen eine große Hürde am Anfang einer Rednerinnenkarriere. Wir haben zu diesem Training so viel gutes Feedback bekommen, dass wir beschlossen haben: Das versuchen wir einmal systematisch.

    DDG: Der niedrige Frauenanteil ist ja für viele Debattierclubs ein Problem, und zwar über die Zeit hinweg recht konstant, das hat die Debattierumfrage 2016 gezeigt. Ist euer Seminar eine Maßnahme, mit der man etwas bewegen kann?

    Tanja: In Berlin haben wir schon viel getan in den letzten Jahren: Wir achten auf gemischte Mentorengruppen, gemischte Referententeams für Seminare, gemischte Teams für die Werbung im Hörsaal, wir nehmen Frauen gezielt mit auf Turniere. Trotzdem haben wir am Ende einen Frauenanteil von etwa einem Drittel. Aus unserer Erfahrung heraus und nach zahlreichen Gesprächen, glauben wir, dass die Redeerfahrungen, die Frauen und Männer in Debattierclubs machen, sich strukturell unterscheiden und das gerade am Anfang. Deshalb lassen sich manche Herausforderungen beim „Reden lernen“ besser unter Frauen adressieren. Das ist sicherlich nicht die einzige Lösung, aber es ist vielleicht ein Baustein unter mehreren.

    DDG: Was hat dich davon überzeugt, in die DDG einzutreten?

    Tanja: Ich möchte weiter mit den Leuten in Kontakt bleiben. Mit meinen engeren Freunden würde ich das sowieso machen, aber ich hoffe, dass es mit der DDG gelingt, auch darüber hinaus mit spannenden Menschen den Kontakt zu halten und voneinander zu lernen. Außerdem möchte ich das Debattieren weiter voranbringen, jetzt nicht mehr ganz so aktiv, sondern eher von außen, z.B. mit unserer Seminarreihe. Auch dazu passt eine DDG-Mitgliedschaft sehr gut.

    DDG: Dann hoffen wir, dass wir deine Erwartungen erfüllen können. Danke dir für das Gespräch!

    Die Fragen stellte Philipp Stiel

  • Wandeln auf Luthers Spuren: Das war der Masters‘ Cup 2017

    Zwar hat sich die Bahn in diesem Jahr redlich bemüht, die DDGler von Eisenach fernzuhalten und dazu etliche übervolle Züge und größere Zwischenfälle aufgeboten, aber am Ende konnte sie keinen der 36 angemeldeten DDGler und studentischen Juroren davon abhalten, auch wirklich in Eisenach anzukommen.

    Alle angereisten konnten sich zunächst bei traditioneller und hausgemachter thüringischer Küche wieder erholen, um sich am Samstagmorgen pünktlich um 9 Uhr in das Turnier des Masters‘ Cup zu stürzen. Dieses war zwar in diesem Jahr etwas kleiner als in den Vorjahren, aber Debatte, ist, wenn debattiert wird – und das wurde auch in diesem Jahr wieder leidenschaftlich.

    In vier Vorrunden kämpften 20 Rednerinnen und Redner um um den Einzug ins Halbfinale zu Themen von DDG-Vorstandsmitglied Philipp Stiel und Benedikt Rennekamp, dem frisch gewählten VDCH-Präsidenten:

    • Vorrunde 1: Dieses Haus würde die AIDS-Prävention PrEP für Risikogruppen durch die Krankenkassen bezahlen lassen.
    • Vorrunde 2: Dieses Haus, als im christlichen Glauben erzogener Mensch, würde seine Kinder ebenfalls im christlichen Glauben erziehen, auch wenn er selbst am Glauben zweifelt.
    • Vorrunde 3: Dieses Haus würde eine E-Auto-Quote von 10% (wie in China) ab 2020 beschließen.
    • Vorrunde 4: Dieses Haus, als Superheld, würde seine Kräfte in die Dienste eines demokratisch gewählten Staats stellen.

    Ins Halbfinale schafften es schließlich in dieser Breakreihenfolge: Sabrina Effenberger, Marcus Ewald, Marietta Gädeke, Isabelle Fischer, Florian Umscheid, Patrick Ehmann, Torsten Rössing und Nicolas Eberle. In dieser Reihenfolge konnten die Halbfinalisten sich vor der Themenverkündung ihre Position aussuchen und so um den Einzug ins Finale auf der Wartburg debattieren, und zwar zum Thema:

    • Halbfinale: Dieses Haus würde seinem* besten* Freund* nicht sagen, dass dessen* Partnerin* ihn* betrügt.

    Vor dem Final aber stand zunächst eine Wanderung auf die Wartburg auf dem Programm, wo auf die Teilnehmer ein kulturelles Highlight wartete: Ein Besuch in der Nationalen Sonderausstellung zum 500. Lutherjubiläum in den Räumen der Burg. Geführt von einem Audioguide informierte die Ausstellung über den politischen und religiösen Kontext der Reformation, über das Leben Luthers auf der Wartburg und über den Einfluss Luthers auf die deutsche und europäische Geschichte. Die Tour führte auch durch den Festsaal der Wartburg, in dem die DDG seit über 10 Jahren ihre Finalveranstaltungen des Masters‘ Cup veranstaltet – in diesem Jahr konnten sich die Teilnehmer zunächst über die lange Geschichte des Raumes informieren.

    Im Finale des Masters‘ Cup  debattierten schließlich Nicolas Eberle und Florian Umscheid auf der Regierungsbank gegen Sabrina Effenberger und Marietta Gädeke auf der Oppositionsbank zum Thema:

    • Finale: Dieses Haus begrüßt den Einzug der AFD in den deutschen Bundestag.

    Das Finale im prestigeträchtigen Sängersaal auf der Wartburg wurde juriert von Philipp Stiel, Benedikt Rennekamp, Maya Heckendorf, Samuel Gall und Henrik Maedler, die schließlich Nicolas Eberle zum Master der Masters‘ 2017 kürzten.

    Nach dem Finale ließen die Teilnehmer das Turnier bei einem Grillbüffet ausklingen, und obwohl die Wartburg gefühlt vom Sturzregen fortgespült wurde, waren die Würstchen gar und warm.

    Warm und vor allem trocken blieb es auch für die Teilnehmer, die sich in diesem Jahr ausnahmsweise in Taxis von der Wartburg retteten.

    Das Fazit der Teilnehmer: Eisenach liegt zwar immer noch mitten in Deutschland und immer noch irgendwie ab vom Schuss, aber schön ist es hier trotzdem: Das Essen ist gut, die Wege sind kurz und die Kulisse beeindruckt in jedem Jahr neu. Wir werden wohl wiederkommen…

  • Ein neuer Vorstand für die DDG und Ergebnisse der Mitgliederversammlung

    Viel zu besprechen hatte die Mitgliederversammlung der DDG in diesem Jahr, schließlich stehen im studentischen Debattieren mit dem Ende der ZEIT DEBATTEN große Veränderungen an.

    Als wichtigste Reaktion darauf hat die DDG-MV einen Antrag beschlossen, in dem sie dem VDCH zusichert, auch langfristig einen substantiellen Förderbeitrag für eine VDCH-Turnierserie und die DDM zu leisten, solange es keinen neuen Hauptsponsor für das Debattieren gibt. Damit stellt die DDG klar, dass eine Turnierserie ihr wichtigstes Förderziel ist und sie gibt dem Debattieren ein Stück finanzielle Sicherheit für die anstehenden Herausforderungen.

    Der neue Vorstand der DDG: Sabrina Effenberger, Thore Wojke, Sarah Andiel, Jens Fischer, Tina Reimann, Manuel Adams, Philipp Stiel

    Außerdem hat die MV beschlossen, die bisher für eine Mitgliedschaft in der DDG existierende Altersgrenze abzuschaffen. Damit ist künftig alleinige Bedingung für eine Mitgliedschaft, dass man in einem Debattierclub debattiert oder debattiert hat. Die DDG setzt damit ein Signal, dass Förderer des Debattierens jeder werden kann, unabhängig vom Alter. Ihren Alumni-Charakter wird die DDG auch unabhängig von der Altersgrenze behalten, schließlich steht das „Alumni und Förderer“ auch im Vereinsnamen der DDG und ist tief in ihrer DNA und in ihren Veranstaltungen verankert.

    Der Charakter der DDG als Förderverein wurde auch durch einen weiteren Beschluss der MV unterstrichen, durch den künftig Fördermitgliedschaften in der DDG möglich werden, die Personen und Unternehmen offenstehen, die nie selbst debattiert haben, aber das Debattieren unterstützen möchten. Über eine Änderung der Beitragsordnung wurde der Mindestbetrag für eine Fördermitgliedschaft auf 50 Euro für Personen und auf 500 Euro für Unternehmen festgesetzt.

    Besonders erfreulich: Nur wenige Minuten nach diesem Beschluss konnte die DDG mit der Ewald & Rössing GmbH & Co KG ihr erstes institutionelles Fördermitglied begrüßen. Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung! Die Fördermitgliedschaft soll künftig bei Ehrengäste, Unterstützern und Eltern von Debattierern beworben werden.

    Schließlich stimmte die MV für einen Umbau der Vorstandsstrukturen in der DDG, mit der sich der Vorstand künftig in einen vierköpfigen geschäftsführenden Vorstand und in einen maximal achtköpfigen erweiterten Vorstand gliedert. Damit soll eine flexiblere Vorstandsstruktur geschaffen werden, um mehr Personen in die Vorstandsarbeit und für die Durchführung von DDG-Projekten einbinden zu können.

    Gewählt hat die MV natürlich auch noch: Als geschäftsführenden Vorstand Jens Fischer (Präsident), Philipp Stiel (Verwaltung), Tina Reimann (Veranstaltungen) und Manuel J. Adams (Finanzen). In den erweiterten Vorstand wurden zusätzlich Sabrina Effenberger (Nachwuchsarbeit), Thore Wojke (Turniere) und Sarah Andiel (Train-the-Trainer) gewählt. Der neue Vorstand wird die vorhandene Erfahrung der letzten Jahre nutzen, um die DDG-Arbeit in gewohnter Qualität fortzuführen und den neuen Schwung der neuen Vorstandsmitglieder, um neue Aufgaben und Projekte anzugehen: Die weitere Gestaltung unserer Turniere (Masters‘ Cup, Alumni-Cup), den Ausbau unserer Netzwerkveranstaltungen, die Gewinnung weitere Mitglieder vor allem aus den nächsten Debattiergenerationen sind da nur einige Stichworte, die die MV ebenfalls diskutiert hat.

    Mit großem Dank verabschiedete die MV schließlich (in Abwesenheit) Lukas Haffert und Anna Mattes aus dem Vorstand.

  • Einladung zum Alumni-Wochenende & Masters‘ Cup 2017

    Einladung zum Alumni-Wochenende & Masters‘ Cup 2017

    Vor genau 500 Jahren löste Martin Luther mit seinem Thesenanschlag die Reformation aus: sein Mut, die Dinge in Frage zu stellen und zu verändern, hat die Welt nachhaltig verändert und geprägt.

    Deshalb freuen wir uns in diesem Jahr ganz besonders, vom 29. September bis 1. Oktober das Alumni-Wochenende und den Masters‘ Cup der Deutschen Debattiergesellschaft in Eisenach und im Festsaal der Wartburg ausrichten zu können. Kaum ein Ort in Deutschland könnte in diesem Jahr passender sein für ein Debattierturnier – und eine kulturelle Reise zu den Wurzeln der Reformation.

    Heute laden wir Dich herzlich ein, mit der DDG nach Eisenach zu fahren. Egal, wie alt Du bist oder wie jung Du dich fühlst: wir freuen uns auf ein Wochenende zum Wiedersehen und Feiern in entspannter Atmosphäre. Das Alumni-Wochenende soll die Debattiergenerationen zusammenführen, Freundschaften wiederaufleben lassen und mit einem Besuch der Reformationsausstellung auf der Wartburg sogar noch ein paar kulturelle Einblicke ermöglichen. Und darüber hinaus wird selbstverständlich auch noch debattiert – im traditionellen Masters‘ Cup-Format.

    Anmeldung

    Wir freuen uns auf Deine Anmeldung bis zum 10. September. Bitte melde Dich über den folgenden, persönlichen Link an. Dort kannst Du auch deine Begleitung gleich mitanmelden. Bitte zahle nach Möglichkeit per Lastschrift, um uns Arbeit zu ersparen. Falls Du überweisen willst, erhältst Du nach der Anmeldung eine Rechnung.
    >> Hier gehts zur Anmeldung

    Programm

    Mitgliederversammlung & Wiedersehen: 
    Am Freitagabend gibt es um 19 Uhr ein gemeinsames Abendessen im Martin-Luther-Gymnasium, ab 20 Uhr findet dort die Mitgliederversammlung statt. Dabei wollen wir „das Formelle“ schnell erledigen und anschließend mit euch über die weitere Strategie für unseren Verein sprechen. Im Anschluss ist Zeit, um gemütlich beisammen zu sitzen und im DDG-Jahrbuch zu blättern.

    Der 14. Masters‘ Cup: 
    Am Samstag findet der traditionelle Masters’ Cup statt. Dabei wird nicht in festen Teams debattiert, sondern in jeder Runde neue Zweierteams gelost. So steht nicht die sportliche Seite, sondern das gemeinsame Debattenerlebnis und das Wiedersehen (und Kennenlernen!) im Vordergrund. Trotz allem ist der Masters‘ Cup immer noch ein Debattierturnier: Wir debattieren vier Vorrunden, Halbfinale und Finale, geredet wird 7 Minuten, es gibt zwei Seiten mit je zwei Rednern, Zwischenfragen, Zwischenrufe und was das Herz sonst noch begehrt. Mehr Infos zum Masters’ Format findet ihr im Anhang. Wer als Redner antreten möchte, muss DDG-Mitglied sein, alle jüngeren Debattierer unter 23 Jahren laden wir sehr herzlich als Juroren ein. Chefjuriert wird das Turnier von Philipp Stiel sowie dem oder der nächsten VDCH-Präsidenten/Präsidentin.

    Kultur & Feiern: 
    Gemeinsam wandern wir am Samstagnachmittag auf die Wartburg, wo wir zuerst die Sonderausstellung zum 500. Reformationsjubiläum besuchen. Im Anschluss findet im historischen Festsaal das Finale des Masters‘ Cup stattfindet. Nach einem Grillbuffet kehren wir dann zurück nach Eisenach, denn die ganze Stadt freut sich bereits, mit uns gemeinsam die beste 80er und 90er Party des Jahres im Kamco zu feiern! Am Sonntagmorgen lassen wir das Wochenende bei einem gemütlichen Brunch ausklingen – und wer möchte, kann Mittags noch eine Stadtführung machen. Die Anmeldung dazu erfolgt vor Ort in Eisenach.

    Unterkunft

    Wie im letzten Jahr haben wir für euch Doppelzimmer mit Frühstück im IBIS-Hotel Eisenach reserviert (50% der Zimmerkosten zahlt die DDG). Dieses Hotel liegt etwas außerhalb, d.h. wir organisieren wieder Fahrgemeinschaften – in der Regel sind genügend Autos vorhanden. Außerdem gibt es eine zweite Unterkunft im Storchenturm, die etwas einfacher ist, dafür direkt in der Innenstadt. Dort werden vor allem studentische Juroren untergebracht. Wer lieber inmitten des unbändigen Nachtlebens residiert, kann sich ohne Hotel anmelden und eigenständig eine Unterkunft suchen.

    Kosten

    In allen Tickets enthalten sind das Abendessen am Freitag, die Mahlzeiten und der Partyeintritt am Samstag sowie der Eintritt in die Nationale Sonderausstellung auf der Wartburg. Den Brunch am Sonntag zahlt jeder, der daran teilnehmen möchte, vor Ort selbst. Um den Ausstellungsbesuch zu finanzieren und weil die Preise in Eisenach im Reformationsjahr deutlich angezogen haben, mussten wir den Teilnahmebeitrag dabei leider etwas erhöhen.

    Für Übernachtung und Frühstück gibt es unterschiedliche Optionen:

    • Teilnehmer mit Hotel und Frühstück am Samstag zahlen 90€.
    • Teilnehmer ohne Hotel zahlen 55€, müssen sich dafür Bett und Frühstück selbst organisieren.
    • Juroren, die noch Studenten sind, zahlen 30€ inkl. Hotel und Frühstück am Samstag.

    Begleitung & Kinder

    Wie immer sind Nachwuchs und/oder Partnerinnen und Partner herzlich willkommen. Bitte habt Verständnis, dass wir diese Tickets weniger mit DDG-Mitteln subventionieren. Tickets kosten ohne Hotel 55€, mit Hotel 110€. Kinder dürfen selbstverständlich kostenlos dabei sein! Für alle Begleitungen stellen wir, wenn das gewünscht wird, gerne ein Alternativprogramm für den Samstag zusammen. Meldet euch dazu individuell bei uns per E-Mail.

     

    PDF: Regeln Masters‘ Cup (Stand 2011)

  • „Es hat sich genauso angefühlt wie früher“: Der Alumni-Cup 2017

    „Es hat sich genauso angefühlt wie früher“: Der Alumni-Cup 2017

    Nicht immer steht bei Turnieren der kompetitive Aspekt im Vordergrund. Philipp Stiel schildert in seinem Beitrag, warum der Alumni-Cup 2017 bei den ein oder anderen Teilnehmern die Sehnsucht an aktive Debattierzeiten geweckt haben könnte.

    „Es hat sich genauso angefühlt wie früher“, sagte einer der Teilnehmer des ersten Alumni-Cups der Deutschen Debattiergesellschaft irgendwann am Abend beim Bier, vielleicht ein bisschen erschöpft von den drei – oder bei genügend Erfolg auch vier – Debatten des Tages. Über 55 Teilnehmer wollten auf dem Alumni-Cup in Duisburg mal wieder Turnierluft schnuppern und mussten feststellen: Es riecht noch genauso wie früher. Der Geruch der Schule, die unbequemen Stühle, die Aufregung vor der Debatte: Echtes Turnierfeeling kam wieder auf, als sich 20 Alumni-Teams zum ersten Mal seit zum Teil vielen Jahren wieder ins Debattieren stürzten.

    Alumni-Cup-2017-Anmeldung
    Eine Idee, die viele Personen ansprach – der Alumni-Cup

    Von den 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren etwa 35 „echte“ Alumni mit 2 bis 12 Jahren Abstand zur letzten Debatte, ca. 10 „halbe“ Alumni, die sich noch mit einem Bein im studentischen Debattieren befinden und weitere 10 aktive (und damit auch jüngere) Debattanten. Sie sorgen für die Anbindung an das studentische Debattieren von heute, für die korrekte Jurierung und das professionelle Feedback.

    Überhaupt war alles erstaunlich professionell: Die Organisatoren Lukas Haffert (Münster, St. Gallen) und Jörn Hahn (Dortmund) hatten das Turnier mit einfachen Mitteln zu geringen Kosten organisiert, aber was man brauchte, war da: Ein Zeitplan, der penibel eingehalten wurde, Kaffee zum Aufwachen, Wasser zur Versorgung und Äpfel und Süßigkeiten gegen den Stress. Tobias Kube (Marburg) und Marion Seiche (Frankfurt) als Chefjury sorgen für interessante Themen und am Abend gab es einen gemütlichen Ausklang im Duisburger Innenhafen.

    Auf der sportlichen Seite qualifizierten sich nach drei Vorrunden Patrick Ehmann/Jonathan Scholbach, Isabelle Fischer/Marcus Ewald, Julian Vaterrodt/Farid Schwuchow und Andrea Gau/Willy Witthaut als die vier besten Teams ins Finale, wo es zu dem Thema „DH hält die Ermordung von Tyrannen für gerechtfertigt“ eine intensive Debatte gab. Es musste dem hohen Alter der Teilnehmer geschuldet sein, dass beim Wechsel von der ersten zur zweiten Debattenhälfte gleich mehrere Teilnehmer des Finales das Klo aufsuchen mussten, was zwei andere Finalteilnehmer spontan zu einer stillen Walzereinlage ermutigte.

    Willy Witthaut und Andrea Gau - ©Matthias Carcasona
    Willy Witthaut und Andrea Gau – ©Matthias Carcasona

    Diese kleine Einlage steht auch sinnbildlich für die lockere Atmosphäre des Turniers. Zwischenrufe, kleine Scharmützel, kurze Gespräche bevor man als Pult ging: Man kannte sich, und man nahm vielleicht nicht alles ganz so ernst. „Es herrscht vielleicht etwas mehr Pöbelstimmung als bei Zwanzigjährigen“, sagte dazu Erik Thierolf, der aus Jena angereist war um „mal in einer Debatte zu reden, auf der mir vier Deutsche Meister auf der Gegenseite gegenüber sitzen“. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt – wie diese Begegnung ausging, bleibt allerdings Turniergeheimnis.

    Andrea Gau und Willy Witthaut bekamen am Ende auch einen Wunsch erfüllt, als ihnen Lukas Haffert für ihren Turniersieg kleine Weingummi-Fördertürmchen überreichte und eine Menge echte und gefühlte Mainzer nicht lassen konnten, mitten im Ruhrpott an Karneval „Helau Helau“ zu rufen. Sicherlich auch eine Premiere, genauso wie das ganze Turnier. Dass es nicht bei einer Premiere bleiben sollte, darin waren sich die Teilnehmer am Abend bei Wein und Bier dann auch einig. Nur über den Ort gibt es noch ein Tauziehen: Wer hätte solch eine Gelegenheit des Wiedersehens nicht gerne auch vor der Haustüre?

  • Ergebnisse der Debattierumfrage 2016 liegen vor

    Ergebnisse der Debattierumfrage 2016 liegen vor

    Der Verband der Debattierclubs an Hochschulen und die Deutsche Debattiergesellschaft haben die Ergebnisse der Debattierumfrage 2016 veröffentlicht. An der Umfrage haben im Juni dieses Jahres über 600 Personen aus mehr als 50 Debattierclubs teilgenommen. Etwa 60% der Teilnehmer waren aktive Debattierer, die anderen Alumni aus den Debattierclubs. Somit ist die Umfrage die größte Umfrage, die bisher über das studentische Debattieren in Deutschland, Österreich und der Schweiz angefertigt wurde.

    Die Umfrage wurde durch die studentische Statistikberatung CorrelAid begleitet. Das fünfköpfige Projektteam hat eine vollständige Auswertung der Umfrage angefertigt, die VDCH und DDG über den VDCH-Verteiler den Clubs zugänglich gemacht haben.

    Auf der Achten Minute und auch unter diesem Artikel verfügbar ist die 20-Seitige Kurzfassung der Studie. Wer dennoch die vollständige Auswertung lesen möchte, kann diese bei Elisa Schwarz mit einer kurzen Begründung anfordern. Ein Interview der Achten Minute mit dem Projektteam ist hier verfügbar.

    PDF: Kurzfassung der Debattierumfrage 2016

  • Das war der erste Netzwerktag in Berlin

    Am 11. Juni 2016 fand der erste DDG-Netzwerktag statt. Damit wurde zum ersten Mal ein Rahmen geschaffen, um die gezielte Begegnung und den Austausch zwischen mehreren Debattiergenerationen rund um die Themen Berufswahl und Berufseinstiegs zu fördern.

    Teilnehmer (c) Mattes
    Sarah Kempf begrüßt die TeilnehmerInnen des Netzwerktages

    Etwa 25 aktive DebattantInnen nahmen die Möglichkeit wahr, sich vor ihrem Berufseinstieg über die verschiedenen Möglichkeiten sowie potenziellen ArbeitgeberInnen zu informieren und konnten von den Erfahrungen der DDGler profitieren.

    Den Anfang machten die Referentinnen Anja Pfeffermann (Online-Strategin, CDU Deutschland) zum Thema „Netzwerken für Einsteiger“ und Eva Balmaks (HR Managerin, Deutsche Bahn) zu der Frage „Bin ich ein Konzerntyp?“. Jeweils eineinhalb Stunden wurde zu dem jeweiligen Thema referiert und Fragen an die Referentinnen gerichtet.

    Block zwei gestalteten Tobias Schunn (MLP) zu „Financial Education: Über die Eigenverantwortlichkeit des Handelns“, Miriam Leich (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Reiner Lemoine Institut) zum Berufsfeld Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Henrike Herz (Referentin Weltbank/IWF/Entschuldung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zum Berufsfeld Politik.

    Berufsfelpolitik (c) Mattes
    Henrike Herz berichtet über ihre Berufsfeld in der Politik

    Nach dem Mittagessen bot Martin Herz (Principal Consultant, SAP Deutschland) Einblicke in das Berufsfeld Ingenieurwesen und bei Tobias Schunn konnte man mehr über die Todsünden und Tugenden bei Bewerbungen erfahren.

    Von 15.30 bis 17.00 Uhr informierte Lukas Haffert (Oberassistent, Lehrstuhl für Schweizer Politik und Vergleichende politische Ökonomie, Universität Zürich) über die Wissenschaft als Berufsfeld, und Axel Domeyer (McKinsey & Company) stand zum Thema Unternehmensberatung zur Verfügung (und trat gleich hinterher in die DDG ein – herzlich willkommen!).

    Den Abschluss gestalteten Bernd Hoefer als Rechtsanwalt und Guido Seedler (Deutscher Raiffeisenverband) für den Bereich politische Kommunikation.

    Parallel zu den letzten beiden Blöcken hatten ausgewählte TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihren Lebenslauf mit Tina Reimann (Koordinatorin Internationale Projekte, Aereon) im Rahmen eines individuellen Lebenslauf-Coachings zu optimieren.

    Gute Stimmung (c) Mattes
    Die Teilnehmer des Netzwerktags

    Das Fazit der TeilnehmerInnen wie auch der ReferentInnen nach diesem kompakten und sehr inhaltsreichen Tag war uneingeschränkt positiv: Debattieren verbindet – und diese Verbundenheit kann auch den Berufseinstieg etwas leichter machen. Dass die DDG hier auf beeindruckend vielfältige Kompetenz zurückgreifen kann, das machte der Netzwerktag auch sehr deutlich. Einig war man sich am Ende des Tages – und auch im Nachgang im Vorstand – dass eine Wiederholung dieses Events sehr wünschenswert wäre.

    Der Vorstand bedankt sich bei der Finanz- und Karriereberatung MLP, in deren Räumlichkeit am Berliner Hauptbahnhof der Netzwerktag stattfinden konnte und bei Sarah Kempf für die hervorragende Idee und Organisation. Ohne ihre Tatkraft und Energie wäre dieser Netzwerktag nicht zustande gekommen. Herzlichen Dank!